Astrid Schäfer
Konzepte und Projekte

Was steckt hinter der Projektidee von ReSoFair?

Durch jahrelange Beschäftigung mit dem Rhönapfel in Verbindung mit meiner Berufserfahrung als Controllerin, ist 2018 die Idee entstanden, den Erhalt von Streuobstwiesen in der Region rund um die Rhön auf neue Füße zu stellen. Ziel ist die Schaffung eines Netzwerks, das sich nicht nur um die Nutzung, sondern auch um den Erhalt und die Pflege von Streuobstwiesen kümmert.

Im Bereich Erhalt und Pflege werde ich selbst tätig, indem ich die bis 2015 verwilderte Streuobstwiese an der Fohlenweide wieder aktiviert habe. Zu diesem Zweck habe ich mich zur „Zertifizierten Landschaftsobstbauerin“ fortgebildet. Das Leitbild des Projekts habe ich zusammen mit Partnern aus meinem Netzwerk entwickelt.

Regionalität ist ein Grundgedanke unseres Handelns. Wenn ökologisch erzeugte Lebensmittel nur über kurze Strecken transportiert werden, schont das die Umwelt. Außerdem schafft das räumliche Miteinander von Partnern eine besondere Vertrauensbasis, weil man sich häufiger persönlich begegnet. Deshalb liegt unser Handlungsschwerpunkt im Umkreis von 80 km rund um unseren Vereinssitz in Osthessen. Ökologische Lebensmittel regional zu erzeugen und zu verarbeiten erhält die Umwelt für Generationen und ist daher nachhaltig.

Solidarität ist uns ein Anliegen. Wir möchten gemeinsam mit den Erzeugern, Veredlungsbetrieben und gerne auch Verbrauchern eine Wertschöpfungskette schaffen, für die ein Miteinander im Sinne des Genossenschaftsprinzips Grundlage ist. Dieser Leitgedanke ist zudem sozial.

Fairness ist oberstes Gebot des solidarischen Miteinanders. Wir arbeiten transparent, so dass jeder Partner unsere Abläufe und Regeln nachvollziehen kann und niemand bevorzugt wird. Das Gebot der Fairness gilt auch für die Preisbildung. Wir zeigen auf, wie unsere Preise zustande kommen und welche Leistungen hinter den kalkulierten Kosten stehen.

Solidarität und Fairness in der Wertschöpfungskette sichern das langfristige Überleben aller Partner. Die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen lohnt sich wieder, weil wir uns gegenseitig helfen. Ein faires Abrechnungssystem belohnt Leistung und schafft ein auskömmliches Einkommen in der landwirtschaftlichen Produktion, bei den Leistungen der Landschaftspflege und bei den Verarbeitern.

Wenn alle gemeinsam an diesen Grundsätzen arbeiten, werden wir mittelfristig ein Unterstützungssystem aufbauen können, das der Umwelt und dem Einzelnen hilft. Dazu haben wir für neue Akteure einen Fragebogen zu Unterstützungsangeboten entwickelt. Wir werden uns regelmäßig zu Veranstaltungen treffen, um den Austausch und das Miteinander zu fördern. Zu diesen Veranstaltungen kann jeder Streuobstfreund aktiv beitragen.

Für 2020 werden folgende Aktivitäten angeboten:

  • Vortrag „Streuobst in der Landwirtschaft“ in Kooperation mit der Landwirtschaftlichen Beratung des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön e. V. Die Veranstaltung war gut besucht, es wird im nächsten Jahr eine Wiederholung in einem ähnlichen Kreis geben.
  • Schnittkurs „Winterschnitt an Hochstammbäumen“ in der hessischen Rhön in Kooperation mit der Obstmanufaktur Niederkaufungen, dem Verein Natur- und Lebensraum Rhön und der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates. Der Kurs war schneller ausgebucht als gedacht. Wir haben sofort eine Warteliste für das nächste Jahr ist angelegt. Voraussichtlich wird der Kurs im Nüsttal stattfinden.
  • Ganztägige Streuobstexkursion am Sonntag, den 28. Juni 2020. Wir besuchen Erzeuger, die mit unterschiedlichen Ansätzen Streuobst in ihren Betrieben anbauen und veredeln.
  • Aufbau eines Schaugartens für Anbau-Experimente, Führungen und Schulungen bei meinem Keltereipartner RFT in Hünfeld.